ARITIKEL

Donnerstag, 24. August 2017

Des Schreiners bestes Stück

Noch gegen Ende seiner Schulzeit hatte Günther Raithmeier keine Idee, wie es danach weitergehen sollte, welcher Beruf für ihn der richtige wäre. Sein Vater brachte ihn schließlich auf die Idee, Schreiner zu werden. Und so begann er 1976 seine Lehre in einem Betrieb, der sich auf Fenster und Türen spezialisiert hatte. Trotzdem schaffte er zur Prüfung ein Gesellenstück, wie es die Innung seit 25 Jahren nicht mehr gesehen hatte: Eine Anrichte aus Massivholz. Als Geselle fand er schnell eine Stelle in einer guten Schreinerei, die sich im Möbelbau einen Namen gemacht hatte. Fünf Jahre später besuchte er die Meisterschule und machte sich 1985 in einer kleinen Werkstatt selbständig. Zunächst arbeitete er allein mit einer Allroundmaschine und baute seine ersten Tische und Stühle. Schon bald sah die Auftragslage so gut aus, dass er Hilfe brauchte. 1986 waren es bereits 4 Mitarbeiter mit denen er im gleichen Jahr 100 Essgruppen produzierte. Nebenbei erlernte er das Drechslerhandwerk und brachte es auch da zum Meister.


Der Betrieb wuchs in den 30 Jahren seines Bestehend auf bis zu 10 Mitarbeiter und mittlerweile 1.000 m² Produktions- und 700m² Lagerfläche an. Immer wieder passierte es, dass Raithmeier einen schönen Nussbaum- oder Kirschholzstamm liegen hatte, den er nicht weiterverarbeiten konnte, weil er für ein herkömmliches Sägewerk zu kurz war. Auf der Suche nach einer Lösung, stieß er eines Tages auf einer Messe auf die LT15. Auf der konnte man, wie es schien, nicht nur einen kurzen Stamm verarbeiten, sondern auch einen kurzen krummen Stamm. Und in der Länge gab es praktisch kein Limit. Drei LT15-Säger besuchte er in den folgenden Tagen, um sicher zu gehen, dass die Maschine seine Ansprüche erfüllen würde. Johann Fink überzeugte ihn schließlich in seiner unglaublichen Produktivität. 2009 stand die LT15 dann endlich in seinem Betrieb.

Jetzt konnte er schneiden, was er wollte, individuell entscheiden welche Brettstärke im nächsten Schnitt folgen würde. Die Schönheit eines besonderen Maserungsbildes herauszuarbeiten und auch für die Drechslerwerkstatt passende Rohlinge zu produzieren, war jetzt jederzeit möglich. Heute ähnelt sein Holzlager eher dem eines vorausschauenden Holzhändlers, als dem eines fleißigen Schreiners. Auf 700m² lagert das Schnittholz in meterhohen Stapeln. Die Leistungsfähigkeit seiner LT15 ist für Raithmeier auch immer eine Herausforderung die Grenzen auszuloten. Deshalb schreckt er auch nicht davor zurück, Stämme auf die Maschine zu rollen, die den angegebenen maximalen Durchlass von 70cm weit überschreiten. Wie zum Beweis, lässt er sich dann auch gern mal mit so einem Monstrum fotografieren.

Auch ein neues Geschäftsmodell tat sich für ihn auf, indem er seinen Kunden jetzt anbieten konnte deren Stämme zu Möbeln nach eigenen Entwürfen zu verarbeiten. Nach Anlieferung des Rohholzes wird es nach Maßgabe der Baupläne aufgeschnitten und in einer guten Trocknungsanlage innerhalb kurzer Zeit auf den erforderlichen Feuchtigkeitsgehalt von etwa 8% herunter getrocknet. So kann Raithmeier heute meist schon drei Monate nach Anlieferung des Stammholzes das fertige Möbelstück ausliefern. Gern dürfen ihm die Kunden während des Entstehungsprozesses vom Schneiden des Holzes bis zum Lackieren der fertigen Möbel über die Schulter sehen.

„Das verschafft uns einen großen Wettbewerbsvorteil im Vergleich zu unseren Mitbewerbern. Bis zu 200 m³ Holz verarbeiten wir hier im Jahr, “, sagt Raithmeier.

Auch als Ausbildungsbetrieb hat sich die Firma Raithmeier in den Jahren ihres Bestehens einen Namen gemacht. Denn von 20 Auszubildenden bestanden 16 die Gesellenprüfung mit der Note 1.

Seiner Liebe zum Massivholzbau ist Günther Raithmeier bis heute treu geblieben. Die LT15 ist deshalb aus seinem Produktionsfluss von der Haustür bis zum Lehnstuhl nicht mehr wegzudenken
Print

Name:
Email:
Subject:
Message:
x