ARITIKEL

Donnerstag, 24. August 2017

Das Lied von der Glocke

Anno 1725 gründete Kaspar Bachert in Lüdenscheid die Glockengießerei Bachert. Heute, fast dreihundert Jahre später, und immer noch unter der Leitung eines Nachkommen des Gründers, unterscheidet sich dieses anspruchsvolle Handwerk im Wesentlichen kaum von der damaligen Zeit. Die aufwendigen Vorarbeiten zum Guss einer Glocke, die Herstellung der Form aus Ziegelsteinen und Lehm bis zur Befüllung der Glockengrube mit Erdreich, läuft heute noch genau so ab, wie in Friedrich Schillers Lied von der Glocke. Wenn man sich so einen gesamten Arbeitsablauf anschaut, erscheint es dem Laien fast unglaublich, dass die Glocke am Ende exakt z.B. in einer Molloktav der Tonlage C erklingt. Neben dem Hauptgeschäft, dem Gießen von Bronzeglocken, fertigt die Firma neue Glockenstühle an. Auch die Aufhängungen der Glocken, die sogenannten Joche, werden wie die Glockenstühle vor Ort in der zum Betrieb gehörenden Zimmerei produziert.

Hierbei ist das Eichenholz neben der Douglasie die erste Wahl. Spätestens jetzt wird klar, was das Ganze mit Wood-Mizer zu tun hat. Seit Mai 2012 arbeitet die Glockengießerei Bachert mit einer LT15 und dem Balkenhobel MP100. Das Sägewerk wird zum maßhaltigen Nachschneiden von Vorratsholz, zumeist Eiche, das zwischen zwei und acht Jahre abgelagert wurde, eingesetzt. Holz hat gegenüber dem aus Platzgründen manchmal verwendeten Stahl große Vorteile: Die Klangentfaltung der Glocken in einem Holzstuhl ist voller und weicher; die Lebensdauer ist bei guter Pflege um ein Vielfaches höher. Für ein ausgewogenes Läuten und eine ansprechende Intonation einer Glocke, ist ihre Armatur, die aus Joch und Klöppel besteht, ein entscheidender Faktor. Joch und Klöppel werden nach Maß und Gewicht der Glocke hergestellt. So bilden sie zusammen ein wahrhaft kunsthandwerkliches Gesamtwerk.

Die Glockenjoche, die aus massivem Eichenholz gefertigt werden, besitzen eine schön geschwungene Form und haben oft außergewöhnlich große Querschnitte, die sich mit normalen stationären Zimmereimaschinen nicht bearbeiten lassen. Die Wood-Mizer Lt15 mit dem zugehörigen Hobelkopf bearbeitet Holzquerschnitte bis zu einer Dimension von 60cm². Abmessungen, die eine Dickenhobelmaschine wohl kaum bewältigen kann. Für die Bearbeitung der Jochhölzer mit größerem Durchschnitt als 25cm, wurden bis zur Inbetriebnahme der LT15/Balkenhobel, mit dem handgeführten Elektro-Balkenhobel bearbeitet. Dafür musste oft mehr als ein Arbeitstag angesetzt werden. Heute wird ein Joch in 0,3 bis 1 Stunde maßhaltig und winkeltrau ausgehobelt.

Gegenüber handgeführten Maschinen, sagt Herr Westermann, Geschäftsführer der Firma Bachert, besitzt die Hobelanlage von Wood-Mizer eine um ein Vielfaches höhere Maßtreue. Die Bedienbarkeit der Maschinen ist sehr einfach und kann nach kurzer Einweisung von jedem Mitarbeiter aufgenommen werden. Auch der oft harte körperliche Einsatz ist geringer geworden. Und das Beschicken der Anlage geschieht mittels eines Hallenkrans. Die gewonnene Flexibilität erlaubt es der Firma Bachert nun auch, Holz für den Eigengebrauch oder für Fremdzimmereien nicht standardisierte Holzquerschnitte für den Altbausektor herzustellen.

Es gibt schon eine Reihe von Instrumentenbauern unter den LT15-Nutzern. Da Herr Westermann bei einem voll bestückten Glockenstuhl gern auch von einem Musikinstrument spricht, freuen wir uns in der breiten Spanne des Kunsthandwerks, vom zarten Boden einer Geige bis zum viele Tonnen schweren Glockenstuhl, mit einer Wood-Mizer LT15 und dem Balkenhobel erfolgreich beteiligt zu sein.
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